Nordirische Küste

Am vierten Tag war eine Reise mit dem PKW entlang der nordirischen Küste geplant. Nach dem aufstehen beluden wir das Auto mit allen Sachen die nötig waren, um zwei Tage an der Küste von Nordirland zu verbringen. Doch leider wollte das Auto nicht so wie wir und sprang auch mit Starthilfe durch Starterkabel nicht an, weshalb wir uns dann spontan entschieden einen Mietwagen von der Autovermietung Herz zu mieten. Da es Sonntag war und der Autoverleih in der Innenstadt von Belfast geschlossen hatte, mussten wir bis zum George Best City Airport fahren und bekamen dort schnell und unkompliziert unseren geliehenen Ford Focus ausgehändigt.

Da auch in Irland Linksverkehr ist, haben wir einen Rechtslenker bekommen. Nachdem dann endlich alle Sachen umgeladen waren, ging es endlich los Richtung Nordirland. Um möglichst viel von der schönen Landschaft Nordirlands sehen zu können, entschieden wir uns für die Küstenstrasse, welche direkt von Belfast aus an der Küste entlang nach Norden verläuft.

Die ersten Stationen waren
Whiteabbey und Carrickfergus,
wo das in der Region sehr bekannte Carrickfergus Castle steht, eine schöne und sehr gut erhaltene Befestigungsanlage aus längst vergangenen Zeiten, die man zu einem Preis von drei Pfund auch besichtigen kann. Dann ging es weiter über Whitehead, Glynn, Ballyhampton, Ballgalley und Cushendun bis hin zum Torr Head. Das ist die Stelle von Irland, welche am nächsten zur Küste von Schottland liegt. Nach einem Aufstieg auf den Hügel, steht man auf einem verfallenen kleinen Gebäude, welches eins als Spähposten vom Militär benutzt wurde und kann die tolle Sicht nach Schottland geniessen.

Die grüne Landschaft in Kombination mit der rauhen Küste sind wirklich ein unbeschreibliches Erlebnis, das auch lange nach der Rückreise noch als besonders Eindrucksvoll in Erinnerung geblieben ist. Überhaupt macht es Spaß die engen Küstenstraßen zu befahren und dabei in der Nebensaison kaum einer Menschenseele zu begegnen.
Oft scheint es, als würden sich Fuchs und Igel in dieser Landschaft gute Nacht sagen. Da es langsam Abend wurde, suchten wir einen passenden Schlafplatz um das Zelt aufzubauen. Dabei entschieden wir uns letztendlich für Murlough Bay, direkt in der Nähe von Torr Head und Ballycastle. Die Murlough Bay war der schönste Platz, den ich in Nordirland gesehen habe. Über lange Strassen geht es versteckt an der Küste hinab, über grüne Wiesen, kleine Wälder bis hin zum feinsten Sandstrand. Nur ein einziges Ferienhaus steht in der Nähe, ansonsten ist der Platz (abgesehen von Kühen und Schafen) sehr verlassen.

Hier war der richtige Platz zum Zelten, also bauten wir alles auf, kochten etwas am Lagerfeuer und lauschten dem schönen Klang des Meeres in Kombination mit der zauberhaften, grünen Landschaft von Nordirland. Einziges Ärgernis ist der Müll, welcher durch Touristen einfach in der schönen Natur zurückgelassen wird. Es ist absolut inakzeptabel, seinen selbst-verursachten Müll nicht wieder zu entfernen. Sollten Sie also diesen Ort besuchen, nehmen Sie den Müll bitte wieder mit! Außerdem sind fast überall Mülltonnen aufgestellt, die dann auch benutzt werden sollten. Denn sonst wird es irgendwann verboten sein, so wie wir direkt in der schönen Natut zu zelten.